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Schweizer-Franken-Kolumne

Der Schweizer Franken sollte mittelfristig weiter steigen - 21.06.10 13:44

Sehen wir uns den Kursverlauf des Schweizer Franken gegen den EUR aus strategischer Sicht an, fällt eine kontinuierliche Aufwertung der Währung der Eidgenossen auf. Seit Jahresanfang weist der Trend des CHF gegen EUR steil nach oben und es liegen uns aus technischer Sicht aktuell keine Indizien vor, welche ein unmittelbares Ende der Aufwertung im laufenden Wochenfraktal erwarten lässt.

Auch aus fundamentaler Sicht spricht derzeit mehr für eine Fortsetzung der Tendenz, als dass wir unmittelbar vor einem Richtungswechsel stehen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich die starke Tendenz des Schweizer Franken halten wird, bis sich die Schuldenprobleme in der EURO-Zone wieder eindämmen und somit die Risikoaversion sinkt.

Sehen wir uns die Argumente dahinter genauer an. Der Schweizer Franken beschleunigte in der Vorwoche seinen Aufschwung erneut, nachdem die Schweizer Nationalbank (SNB) nach ihren jüngsten massiven, jedoch erfolglosen Interventionen der letzten Monate zumindest verbal kapitulierte. In der Erklärung der Bank am Tag der Entscheidung, den Leitzins mit 0,25 Prozent unverändert zu belassen, fehlte die Formulierung, einer "übermäßigen Aufwertung des Franken entschieden zu begegnen". Es hieß lediglich, dass im Falle erneuter Deflationsgefahren alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Preisstabilität zu gewährleisten.

Währungsexperten halten diesen Schritt der SNB für folgerichtig. So wächst die Schweizer Wirtschaft derzeit trotz des starken Franken. Darüber hinaus heißt es, die Deflationsrisiken seien deutlich zurückgegangen und weitere Interventionen hätten die Risiken noch erhöht, die dramatisch steigende Währungsreserven mit sich bringen. Diese kletterten zuletzt bereits massiv auf 230 Milliarden Franken und führten zu einem gewaltigen Anstieg der Zentralbankgeldmenge. Weitere Interventionen würden diesen Berg weiter klettern lassen und führten mittelfristig zu hohen Inflationsrisiken.

Um Liquidität abzuschöpfen, plane die SNB die Ausgabe von Schuldverschreibungen, hieß es im Markt, dann dürfe sich der 3-Monats-Libor auch wieder seinem Zielwert von 0,25 Prozent annähern. Aktuell liegt dieser bei 0,10 Prozent.

Die Frankenaufwertung könne somit geldpolitisch restriktiv wirken und auf diese Weise Zinserhöhungen praktisch ersetzen. Dennoch, glücklich kann die SNB über diese Entwicklung nicht sein, denn tiefe Zinsen in der Schweiz heizen möglicherweise den Immobilienboom an. Und dann wäre der Schritt hin zu einer Immobilienblase nicht mehr weit. Konsequenterweise wird es früher oder später zu einer Zinserhöhung kommen müssen, heißt es von Seiten der Bank Sarasin. Sie erwarten Zinsschritte in der Schweiz, wenn der Aufwertungsdruck auf den Franken von sich aus abebbt und der EUR sich zu erholen beginnt.

Von Händlerseite wird noch ein spekulatives Argument zur Diskussion gestellt. So heißt es, die SNB "verlocke" Spekulanten zum Aufbau von Frankenpositionen, um sie dann bei ersten Indikationen auf eine nachlassende Exportnachfrage mit massiven Interventionen zu "überraschen". So ließe sich eine Trendwende erzwingen, doch zeigt die Praxis, dass ohne passende fundamentale Rahmenbedingungen ein nachhaltiger Richtungswechsel kaum darstellbar ist.



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