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Euro-Kolumne

EURO - kurzfristig "uhi", langfristig "pfui"? - 16.06.10 17:49

Acht Tage in Folge klettert der EURO nun schon gegen den US-Dollar und konnte damit die technische Ausgangslage des Währungspaares zu seinen Gunsten deutlich verbessern. Auch aus sentimenttechnischer Sicht hat sich zumindest aktuell das Bild deutlich für den EURO verbessert, so dass zunehmend von einer Kursstabilisierung gesprochen werden kann. Erneute Reaktionen auf der Unterseite werden nicht mehr automatisch mit einer möglichen Fortsetzung des EURO-Abwärtstrends in Verbindung gebracht.

In der Konsequenz lassen sich derzeit bereits erste Szenarien entwickeln, wie weiterführende Kaufpositionierungen eingegangen, unter Umständen auch ausgebaut werden können. Gemahnt wird zwar noch immer - es ist die Rede von "Konsolidierungen", nicht jedoch von einer "Trendwende" - doch fallen auch Rückgänge in den Risikoprämien im Anleihehandel auf.

Sicher, alles hängt derzeit noch immer am "seidenen Faden", der dort "Schuldenkrise" heißt. Solange keine neuen Anzeichen einer möglichen Ausweitung der Schuldenproblematik in EURO-Land auftauchen, solange werden wir im Wechselkurs des EURO zu anderen Währungspartnern voraussichtlich keine größeren Verwerfungen sehen. Doch sollte es hier auch nur kleinste Zweifel geben, dass es klemmen könnte, dann wird die Konsolidierungsbereitschaft des Marktes deutlich ins Wanken kommen.

Mittlerweile richten sich alle Blicke auf die iberische Halbinsel, denn hier in Spanien wird der nächste "Wackelkandidat" identifiziert. Eines der entscheidenden Kriterien, wie sich der Markt zu den Sparvorschlägen und -maßnahmen Spaniens stellt, ist die Aufnahmebereitschaft spanischer Staatsanleihen. Und hier ging es bisher zufrieden stellend über die Bühne. Am Donnerstag steht eine Schlüsselauktion zehn- und dreißigjähriger Titel auf der Agenda, dann werden wir praktisch eine erneute Fiebermessung durchführen.

Doch ist Spanien nicht das einzige Ungemach, welches noch an der Oberfläche "köchelt". Der Markt hat sich zwar mittlerweile von der griechischen Schuldenmisere abgewandt, denn hier wird ja bereits aktiv geholfen, und sucht sich nun ein neues Opfer, doch ist das Problem Griechenland noch lange nicht abgehakt. Der Manager des weltgrößten Devisen-Hedge-Fonds, John Taylor, hat sich wieder zu Wort gemeldet und erklärt, dass er keine Rettung für Griechenland sieht. In der Donnerstagsausgabe des "Capital" sagt Taylor, dass es eine Illusion sei zu glauben, dass sich das Land aus dem Abwärtssog werde befreien können.

Taylor kritisiert die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), griechische Anleihen aufzukaufen und so besonders französischen Banken die Chance gibt, ihre Bilanzen von den Schrottanleihen zu säubern. Der Manager sagt, er sehe keine Alternative zu einem weiteren Schwächeszenario des EURO und erwarte bis zum Jahresende die Parität zum USD. Darüber hinaus sehe er auf lange Sicht keine Zukunft mehr für die gemeinsame Währung. "Der Exitus kommt – er ist unumgänglich", wird Taylor im "Capital" zitiert.

Weiter heißt es da, er lege der Bundesrepublik den Ausstieg nahe. Würde Deutschland diesen Weg gehen, schließen sich seiner Ansicht nach Länder wie Holland und Dänemark sofort an. Natürlich sei dies politisch eine harte Nuss, aber es gäbe dazu keine Alternative, so der Fonds Manager weiter.

Im Bezug auf die den Märkten vorgeworfenen spekulativen Angriffe auf den EURO, erwiderte Taylor: "Die Märkte funktionieren doch. Es ist das Konstrukt des EURO, das nicht funktioniert."



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